Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv zieht Bilanz nach einem Jahr erfolgreicher Zusammenarbeit

Projekt zur Digitalisierung des Holzmann-Bildarchivs startete im Mai 2018

"Im Mai 2018 fiel der Startschuss für das Projekt zur Digitalisierung von mehreren hunderttausend Fotos aus hundert Jahren weltweiter Bautätigkeit des Holzmann-Konzerns. Gemeinsam mit Spezialisten auf dem Gebiet der dokumentarischen Bearbeitung von Fotosammlungen und Bildarchiven, professionellem Archiv-Knowhow und den vielen motivierten Mitarbeitern und Beschäftigten der faktura gGmbH war es möglich, für den Projektablauf Konzepte für mehrere Werkstrecken zur zeitgleichen und parallelen Digitalisierung der Fotos zu entwickeln.

Dabei wurden Metadaten und Dateinamen pro Verarbeitungseinheit (= Signatur) automatisch vergeben, Bildbeschreibungen ergeben sich durch die Digitalisierung der Bildrückseiten.

Eine Herausforderung, die noch dadurch gesteigert wurde, dass die Überlieferungsvielfalt des Bildmaterials sich neben den Papierabzügen in schwarz-weiß und farbig auch aus Mittelformatnegativen und Dias (gerahmt und ungerahmt) zusammensetzt. Sie befinden sich in alten Pergaminhüllen, modernen Negativtaschen, mal auch in einfachen Mappen, Briefumschlägen oder Folientaschen – manchmal liegen einige ergänzend als Kontaktabzug vor, andere ausschließlich. Es mussten also weitere Konzepte entwickelt werden, die die verarbeitungstechnische Optimierung zum Ziel hatten. Das gesamte Bildkonvolut wurde in Materialgruppen (Positiv- und Negativarchiv) aufgeteilt.

Die Originale wurden danach in mehreren kleinen Verarbeitungspaketen sukzessive vom Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv (BBWA) an die Faktura geliefert. Die Originale wurden nach Dublettenprüfung, Nummerierung und Verarbeitung archivgerecht in Archivhüllen und -schachteln abgelegt und zur Wiedereingliederung in das BBWA-Fotoarchiv zurückgegeben, wo sie nun in unserem klimatisierten Fotomagazin dauerhaft gesichert werden.

Die Umverpackung erfolgte im Verfahren der Verarbeitung, um einzelne Arbeitsschritte nicht zu wiederholen. Bis zum Ende 2018 wurde die Hälfte der Fotos des Positivarchivs digitalisiert und mit Metadaten versehen. Vom Negativarchiv sind bisher mehr als ein Achtel bearbeitet und digitalisiert. Diese Arbeiten werden im Verlauf des nächsten Jahres fortgesetzt.

Seit 2019 werden die Ergebnisse sukzessive zur Deutschen Digitalen Bibliothek hochgeladen, um für jedermann sichtbar zu sein. Mit diesem Projekt gehen wir gemeinsam mit dem Land Berlin einen weiteren Schritt auf unserem Weg, Kulturgut zu retten, Wirtschaftsgeschichte und Industriekultur ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, einen Bedeutungszuwachs in der wissenschaftlichen Forschung zu erreichen und Kooperationen mit regionalen Partnern zu fördern."

Auszug aus dem Jahresbericht 2018 des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv e.V.

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